Klara Lewis – Opening

Klara Lewis – Opening

Mit Opening offenbart Klara Lewis einmal mehr ihre unverwechselbare Begabung, Klänge gänzlich zu deformieren und dabei gleichwohl erkennbare, liedhafte Strukturen zu bewahren. Es handelt sich bei dem Album um ein illusionäres Werk voller akustischer Phantasmen, mit verschleierten Melodien und versteckten, suggestiven Momenten. Ihre Musik bewegt sich auf ungewöhnliche und nicht selten überraschende Weise. Akustische Instrumente wie Ukulele und Klavier durchlaufen Prozesse der Dekonstruktion und Rekonstruktion, wobei ihre ursprünglichen Formen stetig moduliert und neu gestaltet werden. Klänge verschieben sich, lösen sich auf und tauchen in veränderter Form wieder auf – ein Erlebnis, das zugleich intim und irritierend wirkt. Was zunächst fremdartig erscheint, kann im Verlauf des Stücks in überraschende Zärtlichkeit umschlagen – oder umgekehrt. Ein Album, das sich letztlich jeder Form von Monotonie entzieht.

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Set zum Freitag #458 – Joachim Spieth

Set zum Freitag #458 – Joachim Spieth
Bild: © Eva Bronzini

Joachim Spieth hat für Held By Earth einen cineastischen wie immersiven Mix kreiert. Ausgehend von tiefgründigen Texturen und Frequenzen, feinfühligen Klangfarben sowie subtilen rhythmischen Strukturen, entfaltet sich ein transzendenter Klangkosmos, der die Hörerinnen und Hörer mit sanfter Unausweichlichkeit allmählich vollends umschließt. Es ist das versierte Wechselspiel aus kontemplativer Stille sowie kontinuierlicher Dynamik, durch welches diese akustische Architektur ihre suggestive Wirkung gewinnt. Das Resultat ist ein feinsinniges wie filigranes Hörerlebnis, dem es sich kaum entziehen lässt.

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Ellen Allien – New Life

Ellen Allien – New Life

Mit New Life veröffentlicht Ellen Allien ein futuristisches wie raues Album, das gleichermaßen elektrisiert wie vereinnahmt. Basierend auf analogen Synths, puristischen Drums sowie treibenden Grooves schafft die Berliner Produzentin eine komprimierte, ungeschminkte Atmosphäre, die zwischen stoischem Minimalismus und euphorischen Rave Eskapaden oszilliert. Was bleibt, ist eine so zeitlose wie technoide Klangästhetik, die sich leicht schwermütig über den Moment erhebt.

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Set zum Freitag #457 – Ben Klock

Set zum Freitag #457 – Ben Klock
Bild: © Matheus Bertelli

Ben Klock hat für HATE einen tiefen sowie seriösen Mix kreiert. Basierend auf Kicks, minimalistischen Synthesizer Loops und subtilen, modulierten Texturen, erzeugt Ben Klock eine fabelhafte akustische Tiefe sowie melancholische, mitunter obskure Ästhetik. Mal monumental, roh und intensiv, mal feinfühlig und sehnsuchtsvoll oszilliert der Mix zwischen unterschiedlichen Koloriten, und entfaltet dabei eine faszinierende, hypnotisierende Sogwirkung. Aus diesem versierten Zusammenspiel erwächst sukzessive eine akustische Tiefe von beunruhigender Schönheit.

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Ibukun Sunday – Olùsìn [Worshippers]

Ibukun Sunday – Olùsìn [Worshippers]

Mit Olùsìn [Worshippers] veröffentlicht der nigerianische Produzent Ibukun Sunday ein neues Album, das westafrikanisches Rhythmusgefühl versiert mit tiefem sowie emotionalen Sounddesign verbindet. Der aus Lagos stammende und heute in London lebende Ibukun Sunday hat sich einen festen Platz in der elektronischen Musikszene erarbeitet. Er vereint in seiner Musik bewährte westafrikanische Traditionen mit der ätherischen Synthese zeitgenössischer Ambient Klänge und verwebt dabei seine Kompositionen mit Field Recordings aus seiner Heimat sowie tiefgründigen philosophischen Gedanken zu Existenz, Menschsein und Glauben. Olùsìn [Worshippers] knüpft an einen Klangstil an, den er bereits auf einer Reihe von Veröffentlichungen offenbart hat und besticht erneut durch elegante, sich wiederholende Motive, geisterhafte Drones und Klangflächen, subtil aufkeimende Rhythmen sowie flirrende Klangtexturen. Im Resultat schafft Ibukun Sunday mit minimalistischen Kompositionen eine tiefgreifende emotionale, nahezu sakrale Wirkung.

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Set zum Freitag #456 – Jonnnah

Set zum Freitag #456 – Jonnnah
Bild: © Mathias Reding

Der in Lyon lebende DJ und Produzent Jonnnah hat für Inverted Audio einen einstündigen Mix kreiert, der tiefen Techno auf fabelhafte Weise mit einer nahezu zärtlichen, atmosphärischen Wärme verschmelzen lässt. Es sind insbesondere die nahtlosen, feinfühlig modulierten Übergänge, die die Hörerinnen und Hörer auf eine faszinierende akustische Erzählung mitnehmen. Das daraus resultierende Werk funktioniert gleichermaßen im Club, Zuhause oder auf einer nächtlichen Zugfahrt.

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Sarah Davachi – The Will of Tongues

Sarah Davachi – The Will of Tongues

Mit The Will of Tongues veröffentlicht Sarah Davachi ein zutiefst eindringliches Werk, das mit einer Laufzeit von über zwei Stunden ein Höchstmaß an konzentrierter Aufmerksamkeit einfordert. Die kanadische Komponistin kreieret auf The Will of Tongues eine streng konzipierte Klangarchitektur, die sich abseits des klassischen Ambient bewegt und stattdessen eine intensive, nahezu sakrale Wirkung entfaltet. Insbesondere durch die bewusste Entschleunigung schafft das Werk eine subtile emotionale Vehemenz, der es sich kaum entziehen lässt.

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