
Mit Messengers offenbart die Berliner Klangkünstlerin Jana Irmert den Soundtrack zu dem gleichnamigen Film von Jeffrey Zablotny aus dem Jahr 2025. Bei dem Film handelt es sich um eine poetische Erkundung dreier unterirdischer Observatorien, die tief unter der Oberfläche Kanadas, Japans und der Antarktis verborgen liegen und dessen Zweck die Erforschung kosmischer Geisterteilchen ist. Wo die Wissenschaft an die Grenzen des Darstellbaren stößt, überführt der Soundtrack jene eigentümliche Spannung zwischen physikalischer Präzision und metaphysischer Weite in ein unmittelbar greifbares Klangereignis. Jana Irmerts Kompositionen basieren auf einer historischen Yamaha Electone Orgel, deren dunkler, ätherischer und unverkennbar analoger Klang zum prägenden Element des Werkes wurde. Anstatt das Instrument als reine, makellose Klangquelle zu behandeln, macht sich Irmert dessen physische Beschaffenheit zunutze. Subtile Geräusche von Tasten, Mechanik und Luftströmungen bleiben in den Aufnahmen präsent. Diese klanglichen Unvollkommenheiten bilden ein Gegengewicht zu den abstrakten Auseinandersetzungen des Films mit subatomaren Phänomenen; sie verankern die kosmischen Fragestellungen in etwas Greifbarem und Unmittelbarem. Neben der elektrischen Orgel sind seismische Aufzeichnungen sowie Resonanzen natürlicher Materialien in die Komposition eingewoben. Auf diese Weise entsteht ein Klanggewebe, in dem Komposition und Sounddesign untrennbar miteinander verschmelzen. Klänge tauchen auf, ziehen sich zurück und verbinden sich neu. Es entsteht ein Gefühl von angehaltener Zeit, in der Bewegung zwar kontinuierlich, aber oft kaum wahrnehmbar ist. Dabei begreift die Musik Dunkelheit als einen fruchtbaren, leuchtenden Raum voller Möglichkeiten, in dem verborgene Kräfte die Realität jenseits der Wahrnehmungsschwelle formen. Das Resultat ist letztlich ein zutiefst atmosphärisches Werk, das dazu einlädt, im Ungewissen zu verweilen und die feine Grenze zwischen Materie und Geheimnis – zwischen dem Messbaren und dem zunächst nur Erspürbaren – nachzuzeichnen.





