
Mit ihrem Album Memoria erschafft die norwegisch-mexikanische Produzentin Carmen Villain ein hypnotisches Meisterwerk der Entschleunigung im Grenzbereich zwischen Ambient und meditativem Spectral Dub. Inspiriert von Pauline Oliveros’ Schriften über innerlich abgerufene, für andere unhörbare Klänge bricht Carmen Villain radikal mit klassischen Songstrukturen, um den Versuch zu unternehmen, das menschliche Gedächtnis als fließenden, sich ständig verändernden Organismus hörbar zu machen. Weite Flötenakkorde, fragile Feldaufnahmen und Villains eigene Klarinette verschmelzen dabei in den Stücken des Albums zu geisterhaften, repetitiven Klangschleifen von enormer Tiefe. Durch den versierten Einsatz von Raum und Stille erzeugt die Multiinstrumentalistin eine nahezu sakrale Atmosphäre, die weite Räume für introspektives Versinken eröffnet. Memoria ist ein nachdenkliches wie emotionales Werk, das in seiner melancholischen Schönheit eindringlich nachhallt. An dieser Stelle der Track Entre Nosotros.





